Heimatverband Eutin Heimatkunde in Ostholstein
Schriften und Förderung

Veröffentlichungen, Zuschüsse und Spenden

Wer forscht, will veröffentlichen. Wer veröffentlichen will, braucht Geld für Druck und Bilder. Beides organisiert der Verein, so gut es die Kasse hergibt.

Unsere Schriften

Gedrucktes hält länger als jede Festplatte

Der Heimatverband gibt heimatkundliche Beiträge heraus, in denen Forschungen aus Stadt und Kreis erscheinen: Aufsätze zur Ortsgeschichte, zu Bauwerken, zu Familien und Höfen, zu Sprache, Flurnamen und Landschaft. Mitglieder erhalten die Ausgaben im Rahmen ihres Beitrags, darüber hinaus sind Restbestände über die Geschäftsstelle erhältlich, solange der Vorrat reicht.

Wir drucken bewusst weiter auf Papier, obwohl das teurer ist als eine Datei. Der Grund ist einfach: Ein Heft steht in Bibliotheken, in Archiven und in Wohnzimmerregalen und ist in vierzig Jahren noch lesbar. Digitale Formate sind praktisch, aber sie brauchen Pflege, Migration und jemanden, der sich kümmert. Beides zusammen ist die beste Lösung, und daran arbeiten wir.

Von der Idee zum gedruckten Beitrag, und wie eine Förderung dabei hilft

Die meisten guten Aufsätze beginnen mit einer Frage, nicht mit einem Thema. Jemand will wissen, warum ein Haus an dieser Stelle steht, warum eine Familie plötzlich aus den Kirchenbüchern verschwindet oder was es mit einem Flurnamen auf sich hat, den niemand mehr erklären kann. Aus dieser Frage entsteht Recherche, aus der Recherche irgendwann ein Text. Wir ermutigen ausdrücklich dazu, diesen Weg zu gehen, auch ohne akademische Vorbildung. Was wir erwarten, ist keine druckreife Prosa, sondern Sorgfalt bei den Fakten. Alles Weitere lässt sich redaktionell klären, und dabei helfen wir.

Nun zu den Fehlern, die uns am häufigsten begegnen. Der größte ist die fehlende Quellenangabe. Ein Satz wie „das Haus wurde 1743 erbaut“ ist wertlos, wenn nicht dabeisteht, woher diese Jahreszahl stammt. Steht sie auf einem Türbalken? In einer Brandkasse? In einer Ortschronik von 1890, die selbst schon aus zweiter Hand abgeschrieben hat? Diese Unterschiede entscheiden darüber, ob der Text in zwanzig Jahren noch zitierfähig ist. Zweiter Klassiker sind Bildrechte. Menschen schicken uns Fotos aus dem Internet, aus Büchern oder von Familienangehörigen, ohne zu klären, wem die Nutzungsrechte gehören. Das ist rechtlich heikel und kann teuer werden, weshalb wir Abbildungen ohne belastbare Herkunftsangabe grundsätzlich nicht drucken.

Ein dritter Punkt wird gern übersehen: der Umgang mit personenbezogenen Daten. Bei Themen aus dem zwanzigsten Jahrhundert stoßen Sie unweigerlich auf lebende Menschen oder auf deren unmittelbare Nachkommen. Schutzfristen in Archiven existieren nicht zum Ärgern, sondern weil Persönlichkeitsrechte fortwirken. Wer über die Jahre zwischen 1933 und 1945 arbeitet, sollte besonders sorgfältig vorgehen und im Zweifel Rücksprache halten. Wir haben mit solchen Themen Erfahrung und scheuen sie nicht, aber wir veröffentlichen keine Anschuldigungen, die sich nicht aus Akten belegen lassen. Das schützt am Ende auch die Autorin oder den Autor.

Zuschüsse für Projekte mit regionalem Bezug

Der Verein vergibt im Rahmen seiner Möglichkeiten Zuschüsse. Gefördert werden Vorhaben, die der Erforschung, Erhaltung oder Vermittlung des kulturellen Erbes in Eutin und Umgebung dienen. Das reicht von Druckkostenbeihilfen für Ortschroniken über die Restaurierung eines Grabmals oder eines Wegweisersteins bis zu Schulprojekten, die ein Stück Ortsgeschichte aufarbeiten. Auch die Digitalisierung gefährdeter Bestände, etwa Glasplattennegative oder Tonbandaufnahmen mit plattdeutschen Sprechern, fällt darunter. Die Summen sind überschaubar, weil unsere Einnahmen überschaubar sind. Oft ist ein Zuschuss aber genau der Betrag, der ein Vorhaben überhaupt erst anschiebt, weil sich damit weitere Geldgeber gewinnen lassen.

Ein Antrag muss nicht kompliziert sein, aber er muss vollständig sein. Beschreiben Sie das Vorhaben in wenigen Absätzen, nennen Sie den Zeitraum, legen Sie eine nachvollziehbare Kostenaufstellung bei und geben Sie an, welche anderen Mittel Sie beantragt oder bereits erhalten haben. Wichtig ist der letzte Punkt, weil Doppelförderungen problematisch sind. Reichen Sie den Antrag ein, bevor die Arbeiten beginnen; für bereits bezahlte Rechnungen können wir in aller Regel nichts mehr tun. Der Vorstand entscheidet in seinen Sitzungen, was bedeutet, dass Sie mit einigen Wochen Bearbeitungszeit rechnen sollten. Nach Abschluss erwarten wir einen kurzen Bericht und, wo es passt, ein Belegexemplar oder ein paar Fotos. Damit können wir gegenüber unseren Mitgliedern zeigen, wohin das Geld geflossen ist.

Spenden und was damit geschieht

Der Heimatverband Eutin ist als gemeinnützig anerkannt und darf für Zuwendungen eine Bestätigung ausstellen, die Sie steuerlich geltend machen können. Bei kleineren Beträgen genügt dem Finanzamt üblicherweise der Kontoauszug, bei größeren stellen wir eine ordentliche Zuwendungsbestätigung aus. Geben Sie dafür bitte Ihre vollständige Anschrift im Verwendungszweck an oder schicken Sie uns eine kurze Nachricht, sonst können wir die Zahlung nicht zuordnen. Das klingt bürokratisch, erspart aber beiden Seiten Nachfragen im Frühjahr, wenn die Steuererklärungen anstehen.

Wohin das Geld geht, lässt sich konkret benennen. Ein erheblicher Teil fließt in Druck und Versand unserer Schriften, ein weiterer in Honorare und Fahrtkosten für Referenten, ein dritter in die bereits beschriebenen Projektzuschüsse. Dazu kommen laufende Kosten, die niemand sieht: Porto, Kopien, Archivgebühren, Versicherungen, Material für Ausstellungen. Wir haben keine Hauptamtlichen, deshalb gibt es keine Personalkosten, was in einem Verein dieser Größe eine Seltenheit ist und den Anteil erhöht, der tatsächlich in der Sache landet. Wer zweckgebunden spenden möchte, etwa ausdrücklich für eine Restaurierung oder für die Digitalisierung, kann das im Verwendungszweck vermerken, und wir halten uns daran.

Und dann gibt es die Form der Unterstützung, die kein Geld kostet. Erzählen Sie weiter, was Sie hier gelesen haben. Bringen Sie jemanden zu einem Termin aus unserem Programm mit. Legen Sie ein Heft aus, wenn Sie ein Wartezimmer oder ein Ladenlokal haben. Werden Sie Mitglied, wenn Sie den Verein dauerhaft tragen wollen. Und wenn Sie in einem alten Karton auf Papiere stoßen, die nach Eutin oder nach einem Dorf im Umland aussehen, rufen Sie bitte an, bevor Sie ihn zum Altpapier bringen. Was einmal weg ist, kommt nicht wieder, und die Geschichte dieser Region besteht zu einem großen Teil aus solchen Kartons.